Eine Einführung

Besonderheiten des Para Ruderns 12/01/2015

Gleichheit in der Behinderung? Einteilung in Klassen, Bootsmerkmale

 

 

Die Vielzahl von Behinderungen lässt sich nicht vereinheitlichen. Von leichten Behinderungen über Seh- und Hörbehinderungen, von angeborenen Einschränkungen und „erworbenen“ Behinderungen bis zur frühkindlichen Hirnschädigung und geistigen Behinderung sind die Belastungsmöglichkeiten und Leistungsfähigkeiten sehr unterschiedlich. Diesen Unterschieden sieht sich auch der Ruderverband zusammen mit der FISA gegenüber den Sportler verantwortlich und verpflichtet.

Die Behinderungen werden in körperliche und in geistige Behinderungen unterteilt. International werden dafür Abkürzungen verwendet: (Quelle: Wikipedia / FISA / DRV)

LTA – Beine, Oberkörper und Arme

Die Ruderbewegung kann grundsätzlich mit dem ganzen Körper ausgeführt werden (LTA bedeutet „legs, trunk, arms“ zu dt. „Beine, Oberkörper, Arme“). Die Klasse LTA wird in LTA-PD (physikal disabilities - körperliche Behinderung) und LTA-B1/B2/B3 (Blindheit bis schwere visuelle Beeinträchtigung nach der International Blind Sports Federation weiter unterteilt.

TA – Oberkörper und Arme

Die Ruderbewegung wird nur mit dem Oberkörper und den Armen ausgeführt (TA bedeutet „trunk, arms“ zu dt. „Oberkörper, Arme“). Das Boot hat einen festen Sitz anstelle des Rollsitzes und der Ruderer wird auf Höhe der Oberschenkel mit Gurten fixiert.

AS – Arme und Schultern

Die Ruderbewegung wird nur mit den Armen und Schultern ausgeführt (AS bedeutet „arms, shoulders“ zu dt. „Arme, Schultern“). Das Boot hat einen festen Sitz anstelle des Rollsitzes und der Ruderer wird auf der Höhe des Brustkorbes mit Gurten fixiert.

ID – geistige Behinderung

Diese Klasse ist für Ruderer mit geistiger Behinderung geschaffen (ID bedeutet „intellectual disability“). Wettkämpfe sind für alle Klassen möglich, jedoch für Sportler mit geistiger Behinderung nur auf nationaler Ebene. Diese Schadensklasse lässt sich nicht klar nachweisen und dadurch kann eine Benachteiligung nicht eindeutig „definiert“ werden. Es ist früher scheinbar leider besch…..en worden, sogar in der Behinderung!

Wegen der geringen Verbreitung des Para Ruderns sieht man bei Wettkämpfen fast immer die gleichen Leute, ist sehr schön und familiär- verliert aber leider etwas an Spannung.

 

Grundsätzlich kann man davon ausgehen, daß die Standartboote verwendet werden können. Ein paar Kleinigkeiten sind jedoch zu beachten! Ebenso wie im Allgemeinen Rudersport ist die Schwimmfähigkeit aller im Boot befindlichen Personen ein wichtiges Sicherheitskriterium auch im Handicaprudern. Im Falle einer Kenterung müssen alle Personen in der Lage sein, sich selbstständig über Wasser zu halten. Der Ausstieg aus dem gekenterten Boot kann dabei beim Handicaprudern erschwert sein, wenn die Ruderer am Sitz fixiert werden müssen. Während im allgemeinen Rudersport die Ruderer lediglich an ihren Füßen am Stemmbrett im Boot fixiert sind, kann die Behinderung von Handicapruderern weitere zum Teil erhebliche Fixierungen am Boot und an den Skulls oder Riemen notwendig machen. Im ASM1x, ASW1x und im TAMix2x werden die Ruderer beispielsweise durch bis zu drei Gurte am Sitz befestigt. Der Ausstieg muss deshalb zu Beginn der Ruderausbildung mehrfach geübt werden, wobei auf die speziellen Bedürfnisse eines jeden Handicapruderers gesondert eingegangen werden muss. Die zum schnellen Ausstieg notwendigen Griffe zur Lösung der Fixierung können mit Händen oder dem Mund ausgeführt werden und sind standardisiert. Die Boote für die Klasse AS & TA sind deutlich breiter und somit kippsicherer als die normalen Rennboote. Alle anderen Klassen werden mit Standartbooten ausgetragen. Skull und Riemen entsprechen, bis auf die AS Klasse, den Standartmaßen.

Bei uns im Verein sind Sportler in den Klassen AS; LTA und ID aktiv. Ein Mannschaftsboot ist derzeit nur im ID Bereich denkbar. Für Sportler mit körperlichen Einschränkungen ist der Rudersport noch nicht bekannt. Rudern muß sich gegen die Rollstuhlsportarten , wie Basketball, Rollitanz durchsetzen. Dazu ist es nötig, der Öffentlichkeit überhaupt erst einmal zu verdeutlichen, daß sich Rollstuhl und Boot nicht gegenseitig ausschließen.

 

Wenn sich jemand für diesen Sport interessiert, kann er / sie sich jederzeit an unseren Vorstand bzw. an mich wenden. Mit Informationen und Ausprobieren beginnt man diesen Sport am Einfachsten im Verein.

 

Lutz Bühnert

 

Die Angaben zu Klassen und Bootsbesonderheiten sind Wikipedia entnommen, sowie der Worldrowing.com Site