WM Coastel Rowing Monaco

von Juergen Eisner (Kommentare: 2)

Das Ergebnis

Einblicke................

Coastal Rowing Weltmeisterschaften - der RRVK war dabei!

Am vergangenen Wochenende fand in Monaco die Coastal Rowing Weltmeisterschaft statt.Für den Rüdersdorfer RVK gingen Ingo Röll, Thomas Schmidt, Eric Hartmann und Steuerfrau Kerstin Schmidt an den Start. Komplettiert wurde unsere Mannschaft durch Daniel Creutzburg von der RG Grünau.Bereits am vergangenen Mittwoch machten wir uns auf den Weg nach Monaco, denn wir wollten eigentlich am Donnerstag noch einmal trainieren. Leider gab es zwei Hindernisse, zum einen kam unser "vierter Mann" erst am Donnerstagnachmittag und das Training war nur bis 12 Uhr gestattet, zum anderen hatten wir es versäumt eine Trainingszeit anzumelden! Also nutzten wir die Zeit um uns zu akkreditieren, unsere Startnummer in Empfang zu nehmen, die Gegner zu analysieren und das wunderschöne Wetter zu genießen! Am Nachmittag traf dann Daniel ein, wir informierten ihn über das anstehende Programm, unsere nächsten Aufgaben und zeigten ihm ein Stück Monaco. Dann fuhren wir zu unserer Unterkunft. Sie befand sich im Nachbarort Cap d'Ail, in der Appartementanlage "Costa Plana Appartement Vue Mer", sehr zu empfehlen! Dort zogen wir uns "ordentlich an" und begaben uns zu Fuß auf den Weg nach Monaco. Wir wählten einen wunderschönen Fußweg an der Mittelmeerküste entlang! Nur leider brauchten wir etwas zu lange, so dass wir nicht ganz pünktlich beim Begrüssungsempfang eintrafen und so das Fürstenpaar verpassten, welches an dem Abend vor Ort gewesen sein soll!Die Eröffnungszeremonie fand im Auditorium RAINER III statt. Nach dem offiziellen Teil konnten sich alle bei Fingerfoot, Bier und Wein näher kennen lernen. Es war eine sehr schöne und kurzweilige Veranstaltung.Nachdem wir uns gestärkt hatten, begaben wir uns auf den Rückweg, ca. 40 Minuten. Zwar war unser Start am Freitag erst um 17 Uhr, es war jedoch für uns das wichtigste Rennen, denn es entschied, ob für uns die Veranstaltung bereits am Freitag endete oder wir auch am Samstag noch einmal aufs Wasser dürfen!Da wir am Freitagmorgen Zeit hatten entschieden wir uns, nach einem sehr guten und leckeren "englischen Frühstück", ein weiteres Mal zu Fuß nach Monaco zu laufen, natürlich wieder den Weg am Mittelmeer entlang! Er war noch schöner und imposanter als am Abend zuvor. In Monaco auf dem Regattagelände angekommen, empfing uns nicht nur reges Treiben, sondern auch Fürst Albert drehte gerade seine "Inspektionsrunde". Er war sehr aufgeschlossen und zugänglich, begrüßte alle, "die ihm im Weg standen" und hatte für viele ein nettes Wort und wünschte ihnen viel Erfolg! Unser Eintreffen an der Regattastrecke begann mit einem großen Schreck, denn wir stellten fest, dass wir unsere Startnummern im Auto liegen gelassen haben und das stand im Parkhaus in unserer Unterkunft! Da ich mich natürlich als Steuerfrau dafür verantwortlich fühlte, begab ich mich im Laufschritt zurück zu unserem Appartement! Ich hatte das am Abend gar nicht so wahr genommen, dass es immer bergauf ging! Den Rückweg absolvierte ich dann aber mit dem Auto! So, nun hatten wir alles zusammen, zwei Stunden vor dem Rennen konnten wir dann auch unser Boot in Augenschein nehmen, die Ruderplätze einstellen und die Innenhebel der Skull kontrollieren. Eine Stunde vor dem Start gab es die "VIP-Bändchen", die uns dann erlaubten aufs Wasser zu gehen! Da es für Daniel Neuwasser war, bereiteten wir also alles zügig vor und gingen pünktlich aufs Wasser. Am Freitag meinte es das Mittelmeer besonders gut mit uns! Wir hatten starken Wind und "meterhohe" Wellen! Dies erinnerte uns an die Langstreckenregatta Sanremo - Monaco oder den Finaltag zur Weltmeisterschaft 2014 in Saloniki! Aber da musste Daniel jetzt durch! In den Vorläufen wurde eine Distanz von 4 km gefahren. Es waren 4 Bojen gesetzt, die einen rechteckigen Kurs ergaben. Wir waren im 3. Vorlauf, insgesamt gingen 17 Boote an den Start und 13 kamen davon ins A bzw. B-Finale! Wir erwischten einen guten Start, konnten zwar den Jungen "Wilden " nicht folgen, aber erruderten uns eine solide Position im Mittelfeld. Leider verlor ich den Überblick auf welcher Position wir uns befanden, meine Männer kämpften sich mit kräftigen Ruderschlägen durch die Wellen. In unserem Umfeld befanden sich zwei weitere Boote gegen die wir uns durchsetzen wollten. Zum einen waren es Italiener, die teilweise in unserem Alter waren und zum anderen ein irisches Boot, mit jungen, kräftigen Ruderern! Im Ziel hatten wir die Italiener hinter uns gelassen, aber die Iren erreichten vor uns das Ziel. Aber hatte es fürs B-Finale gereicht? Wir waren uns nicht sicher...! Nachdem wir unser Boot aus dem Wasser gebracht hatten, waren auch die Ergebnisse an der Anzeigetafel! Wir hatten es geschafft, zwar war es "nur" Platz 12, aber unser Ziel, das B-Finale, hatten wir erreicht!Nun ging es zurück in unser Appartement und zu unserer "Lieblingspizzeria"! Eine leckere Pizza, ein-zwei Bier bzw. Wein hatten sich alle verdient! Natürlich wurde auch das Rennen ausgewertet und die Strategie und das Ziel für den nächsten Tag besprochen. Die Pizzeria, die zwar direkt an der Hauptstraße liegt, ist ebenfalls sehr zu empfehlen!Am Samstag begannen wir den Morgen wieder mit einem guten Frühstück im Bistro unserer Appartementanlage, mit Blick aufs Mittelmeer, über den Dächern der Stadt!Danach ging es dann mit dem Auto nach Monaco, Startnummern, Sprechanlage, Wettkampfkleidung alles dabei!Die Startzeit unseres B-Finales war um 11:40 Uhr,  es mussten wieder 4 km von uns zurück gelegt werden. Da es nur noch zwei Stunden bis zu unserem Start waren, konnten wir schon mit unserem Vorbereitungsprozedere beginnen. Zunächst erfragten wir unsere Bootsnummer und wir hatten Glück, wir konnten das gleiche Boot nutzen, wie am Vortag. Da wir am Freitag die letzte Mannschaft waren, die damit an den Start gegangen war, mussten wir nicht viel bauen, sondern nur noch einige individuelle Einstellungen ändern. Für mich ging es auf die Waage, das GPS-Gerät musste geholt werden und eine Stunde vor dem Start erhielten wir wieder unsere VIP-Bändchen und konnten aufs Wasser! Im Gegensatz zum Vortag hatten wir sehr gutes Ruderwetter, zwar einige Wellen, aber so, dass man dennoch gut rudern konnte! Wir nutzten die Zeit bis zum Start um uns intensiv warm zu fahren. Dann ging es endlich los! Alle 18 Boote versuchten sich zwischen zwei Bojen in einer Linie aufzustellen. Bei dem Startprozedere werden zunächst drei Bälle gehisst und in den folgenden 3 Minuten werden sie nacheinander eingeholt. Mit dem Fall des letzten Balls und einem langanhaltenden Ton erfolgt dann der Start! Unsere Position war leider nicht sehr optimal, da der Wind uns fast aus dem Startbereich gedrückt hatte, aber die Männer fanden sofort zusammen und wir ließen einige Boote des Feldes hinter uns. An der ersten Boje fuhren vor uns drei Boote auf Kollisionskurs, um auszuweichen war es für mich zu spät, ich konnte nur hoffen, dass wir da irgendwie durchkommen. Dies gelang uns sehr gut und wir konnten ungehindert unsere Fahrt fortsetzen. Nach der ersten Boje sah ich auch unsere Gegner vom Vortag, das Italienische und irische Boot begleitete uns die folgenden 2,5 km bis zum Ziel. Da die Italiener an den Wende-Bojen meist auf der Innenbahn waren, hatten sie dort einen kleinen Vorteil, aber die Iren kamen ihnen oft sehr nah, so dass ein interner Kampf zwischen beiden Booten entstand und wir die "Lachenden Dritten" waren! Nach der letzten Boje waren es noch 590 m bis zum Ziel, ich trieb meine Männer von Spurt zu Spurt, denn es war ein enger Bord- an Bordkampf zwischen uns und den anderen beiden Booten! Im Ziel waren wir uns dann nicht sicher welche Platzierung wir erreicht hatten. Unser Ziel war es unter die ersten Zehn zu kommen, hatten wir es geschafft und hatten wir den Dreikampf gewonnen? Zunächst ging es wieder in den Hafen, vorbei an den Millionenschweren Yachten, das ist ein imposantes Bild, wenn ma mit seinem "kleinen" Ruderboot an den Yachten und Ozeanriesen vorbei fährt! Nachdem wir unser Boot aus dem Wasser gebracht hatten, war unser erster Weg wieder zur Ergebnistafel. Unsere Freude war riesengroß, wir hatten beide Ziele erreicht, den Dreikampf gewonnen, vor Irland und Italien und im B-Finale den 9. Platz erreicht! In dem gesamten 53 Boote Feld waren wir eine der ältesten Bootsbesatzungen und haben uns dennoch souverän im B-Finale behauptet und in der Gesamtwertung einen guten 30. Platz belegt!Nach unserem Rennen haben wir uns dann die A-Finals angesehen. Auch der Fürst und die Fürstin waren wieder vor Ort und begleiteten einige Rennen im Motorboot. Fürst Albert stieg sogar selbst in ein Boot (C-Riemen-Achter) und ruderte " ein paar" Meter! Das letzte Rennen des Tages war das A-Finale im Männer-Doppelvierer. Hier wollten die Monegassen, mit Ruderkamerad Gaetan natürlich um den Sieg mitkämpfen. Leider gelang es ihnen nicht, im Ziel blieb für sie nur der undankbare 4. Platz, der Sieg ging an die tschechische U-23-Nationalmannschaft, die souverän vom Start an der Konkurrenz davon fuhr!Nach den Rennen fuhren wir zurück in unser Appartement und warfen uns in Schale für den bevorstehenden Abschlussabend, der in der Nähe des alten Hafens in Monaco im Espace Leo Ferre stattfand. Auch an diesem Abend hatten wir fürstliche Gäste. Die Medaillengewinner wurden auf einer Bühne geehrt und für die Weltmeister erklang die entsprechende Nationalhymne, es war sehr feierlich! Leider waren wir das einzige deutsche Boot, das an dieser Zeremonie teilnahm! Da wir wieder einmal zu Fuß unterwegs waren, verließen wir die Veranstaltung nicht allzu spät! Leider setzte leichter Regen ein, das hinderte jedoch scheinbar unseren 100er Bus seinen Fahrplan einzuhalten, so mussten wir ein weiteres Mal nach Hause laufen! In unserem Appartement feierten wir dann noch ein bisschen unseren Erfolg! Am Sonntag regnete es immer noch! Nachdem wir unser Appartement auf Hochglanz poliert hatten, fuhren wir ein letztes Mal nach Monaco. Wir machten dort eine Stadtrundfahrt und zeigten Daniel alle wichtigen Orte dieser herrlichen Stadt, die er bisher noch nicht gesehen hatte. Danach fuhren wir durch die Berge zurück nach Nizza und flogen mit vielen wunderbaren Erinnerungen nach Hause!

Kerstin Schmidt

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Kommentar von Inge Schäbitz |

Toll, liebe Kerstin, dass ihr so etwas Schönes erlebt habt! Danke dir sehr, dass du auch andere Ruderer an euren wunderbaren Erlebnissen teilhaben läßt.

Kommentar von Sami |

Glückwunsch den "Alten" zu Ihrem Erfolg und besten Dank an Kerstin für den anschaulichen Bericht.
Gruss Sami