Wanderrudertreffen 2019 in Brandenburg

Der 50. Geburtstag der international bekannten Regattastrecke war Anlass, dort im Juni Deutsche Meisterschaften und das jährliche Wanderrudertreffen des DRV zu veranstalten. Unser RRVK hatte dazu eine DRV-Gemeinschafts-Wanderfahrt angeboten, die zu einem fast ganz vollen Kirchboot führte. Start war am Mittwoch, dem 19.6. 2019 in Potsdam. Einfache Quartiere boten die Rudervereine in Werder und Kloster Lehnin. Eine lange Mittagspause in der Hitze des ersten Tages wurde zum Lebensmitteleinkauf und Nachziehen der 4 Autos ge-nutzt. Auf den Havelseen und kurzen Kanalstrecken schob uns der Wind ein wenig. Am Tre-belsee fanden wir neben der Badestelle von Schmergow einen idealen Parkplatz fürs Boot in einem alten Hafenbecken. Abends machten sich die 6 Damen und die 9 Herren am gemütli-chen Abendtisch mit einem Streifzug durch ihren oft sehr interessanten Lebenslauf und Ru-derhöhepunkte miteinander bekannt. Gleichzeitig ergaben sich für alle Teilnehmer auch gute Einblicke in das Ruderleben in Beeskow, Berlin, Birkenwerder, Elmshorn, Erkner, Halle, Lübeck und Rüdersdorf.
Kanalfahrt war am Donnertag angesagt. Aber der superflache und große Rietzer See gab Abwechslung, bevor wir den Netzer- und Klostersee erreichten, wo vom Steg des Ruder-/Segelvereins gebadet werden konnte, bevor die empfohlene Sportlerklause besucht wurde. Ein ungewöhnliches und wohlschmeckendes (kleines) Gericht war lobenswert, eine Warte-zeit über zwei Stunden für Fleischgerichte leider ärgerlich, zumal es keine weiteren Gäste gab. Aber dennoch, die Stimmung in dem 8-Mann-Schlaf-Zimmer und im Aufenthaltsraum (Luma) blieb davon ungetrübt.
Am Freitag standen nur 21 km auf dem Programm. Schon früh hatte ich bei der Brandenbur-ger Vorstadt-Schleuse telefonisch nachgefragt, ob wir dort, wo früher für Sportboote ge-sperrt war, weil viele Frachtschiffe für Westberlin zu bedienen waren, geschleust werden könnten. „Vielleicht“, war die Antwort. Es hat dann schließlich auf die Minute genau ge-klappt und wir mussten bei der schon knapp gewordenen Zeit (wir hatten morgens die Autos ans Tagesziel zu bringen) nicht den Umweg durch die Stadtschleuse nehmen. Wir wollten zuerst zur Regattastrecke, um ans Gepäck heran zu kommen. Pünktlich um 16 Uhr erreichten wir den Brandenburger RC Havel mit dem großen Zelt. Das Boot wurde sofort für die im Rahmen des WRT geplanten Stadtrundfahrten benötigt. Für uns endete damit eine sehr schöne Tour. Aber die Mehrzahl unserer Mannschaftmitglieder ruderte dann am Samstag in neuen Mannschaften und anderen Booten im Rahmen des 54. Deutschen Wanderrudertref-fen weiter.
Diese Veranstaltung wurde offiziell auch „3. Deutsches Verbandstreffen“ genannt, weil es schon in der DDR zwei Treffen von Wanderruderern zusammen mit den Wettkampfruderern von der Jugend bis hin zur Elite und den Veteranen (wie man die Masters 1969 nannte) gab. Wir hoffen jedenfalls, dass diese Tradition der Gemeinsamkeit nicht erst wieder in 46 Jahren weitergeführt wird.
Das diesjährige Treffen war jedenfalls rundum sehr gut gelaufen. Es war das Beste, das ich erleben durfte, mit vielen neuen Ideen, sehr niveauvollen kulturellen Darbietungen und tol-ler Stimmung im Festzelt und in der Johanniskirche zum Abschluss des WRT.
Theo

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Expedition in der Mecklenburger Seenplatte

  1. Expeditionsfahrt auf den Gewässern bei Lychen und Templin

Von der Marina Röbelin glitt das Kirchboot voll besetzt zuerst zur Mündung der Steinhavel und dann nach Fürstenberg, wo der seit ca. 10 Jahren gelobte Borsten-Fisch- und-Kanu-Pass besichtigt und Eis geschleckert wurde, bevor es über den Schwedt- und welligen Stolpsee ging.  Drei Landdienste brachten die Fahrzeuge nach Himmelpfort, wo das zweite Mal geschleust und flugs ein Picknick aufgebaut war.

Durch die langwierige Suche eines Pfades  zum Einsetzen des Bootes am Morgen hatten wir viel Zeit verloren und mussten ohne Pause im wunderschön kurvenreichen Woblitz-Tal und über den Großen Lychensee rudern, denn unser verabredetes Zeitfenster im Flößereimuseum Lychen war schon zu 100 Minuten abgelaufen, als wir die Clara-Zetkin-Straße 1 erreichten. Die Museumschefin hat aber dennoch eine richtige Führung veranstalten können, die uns sehr interessante Einblicke in die schwere Handarbeit im Wald des 18. Jahrhundert und beim Zusammenbau und Bewegungen mehrschichtiger Flöße (ein dicker Stamm von 20 m Länge wiegt immerhin um 1,5 Tonnen) gestatteten.

Der Einstieg ins Boot am Stadtsee war zwar nicht ganz einfach, aber wir fanden nach 600 m rudern eine ideale Aussetzstelle mit Steg und viel Platz direkt an der Hauptstraße nach Templin. Gegen 18 Uhr erreichten die Autos das Gästehaus am Lübbesee in Alimbsmühle, wo 5 Bungalows mit je 2 Räumen zu je 2 bis 4 Betten auf der Anhöhe bezogen werden konnten. Nach einem recht guten Abendbrot vom Grill konnten wir uns am Lagerfeuer warm halten. Unsere Holzhäuschen wären wahrscheinlich auch wärmer geworden, wenn wir alle die Elektroheizer angeschlossen hätten.                                  

Am Sonntag wurde in dem ehemaligen Herrenhaus  zufrieden gefrühstückt, bevor, nicht weit zu fahren, im Zaarsee die Expedition mit einer Suche nach der Ausfahrt fortgesetzt wurde. Es war die vierte Bucht, die dem Steuermann eine freie Sicht auf den nächsten See, dem 2,5 km langen Fährsee gewehrte. Nach Passage einer Straßen- und einer Eisenbahnbrücke waren wir auf dem Bruchsee. Hier fanden wir an der Backbordseite  eine breite Ausfahrt, aber nicht die schmale geradezu, die uns zum Gleuensee-Campingplatz für eine Pause führen sollte. Einige Leute wunderten sich dann etwas über die üppige Bebauung auf der linken Gewässerseite, denn wir waren schon in Templin, wo auch gleich geschleust werden konnte. Bei einem nur kurzen und windfrischen Stadtmauergang wurde in Erwartung eines  guten Mittagessens am Endpunkt der Expedition das Picknick ausgelassen und gleich die 9,5 km lange Etappe über den Röddelinsee in Angriff genommen. Da ein Handy den ersten Autofahrer in eine Sackgasse verführt hatte und das dann notwendig gewordene Trailer-Wenden im Wald länger als geplant  dauerte, kamen alle Leute fast gleichzeitig am Tinkerhof (kein „r“ vergessen) Kannenburg an, wo es neben der „Ausflugsgaststätte Berlin“ auch eine Schleuse gibt, die wegen geschwundener Standfestigkeit schon 2017 gänzlich zum berechtigten Ärger der gerade aufblühenden Wassertourismus-Sparte gesperrt wurde. Die Gaststätte war aber nicht gesperrt, sondern über alle Erwartungen hinaus gastlich. Schnell kamen Getränke und Speisekarten mit sehr leckeren und preisgünstigen Speisen. Kohlrouladen und Bauernfrühstück wurden wie verschiedene Braten mit „sehr gut“ bewertet, auch weil sie sehr schnell ankamen.

Für die zuerst äußerst schwierig erscheinende Möglichkeit, das Boot schräg auf das ca. 40 cm hohe Ufer in der nur etwa 8 m breiten Schleusenzufahrt zu hieven, fand der Fahrtenleiter in der Mittagspause eine Alternative. Nach der Einwilligung der Wirtsleute, den hundebelaufenen Hof zu durchfahren, konnte der Trailer dann an das Grundstücksende zum See geschoben werden. Hier war alles fast so gut wie an unserem heimischen Kalksee, den wir sehr zufrieden und ohne Schäden gegen 18 Uhr erreichten.

Theo

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Sand knirscht unter dem Kiel. Alles aussteigen und schieben!

Urlaubsfahrt auf der Weichsel

Mit zwei Kleinbussen und einem PKW erreichten 18 Ruderinnen und Ruderer am Freitag die Stadt Torun am Kilometer 734 der Wisla (wie der große Fluss in Polen heißt). Schon gleich nach dem Start befanden wir uns zwischen vielen großen Sandbänken, die zeigten, wie sich die Natur ihr Flussbett selbst gestaltet.

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