Drachenboot

„Was sollen wir machen, wenn wir nicht rudern dürfen? Instandhalten!“

von Julia Hilpert

Was als einfacher Frühjahrsputz gedacht war, endete in einem neuen Mammut-Projekt: Das Ruderbecken bekommt einen neuen Anstrich.

Es dröhnt mal wieder laut aus den Hallen unseres Bootshauses: Stimmengewirr, laute Musik, der kreischende Lärm einer Kreissäge klingt im Ohr, Metall klappert an Metall. Ungewohnte Geräusche. Unser Bootshaus lebt wieder – aber anders als gedacht. „Was sollen wir machen, wenn wir nicht rudern dürfen? Instandhalten“, sagt Lutz Bühnert. Er und eine kleine Gruppe von Vereinsmitgliedern um Wolle Hornung und Thomas Schmidt hatten sich in den vergangenen Wochen vorgenommen, mal wieder das Wasser im Ruderbecken auszutauschen. In Venedig schwimmen die Delfine wieder im glasklaren Wasser des Hafens, dagegen kann man in unserem Ruderbecken vor lauter Schlamm nicht einmal den aufgemalten Kraken am Beckengrund erkennen. Damit sollte jetzt Schluss sein, dachten sich die Männer. Erst einmal musste dafür die braune Brühe raus. Doch dann wurde der ganze Schlam(m)assel sichtbar: überall bröckelte die blaue Farbe am Beckengrund, warf bereits Blasen. Am Holz des Ruderkastens traten überall Faulstellen zutage. Beim Entrosten des Metallgerüsts, das den Ruderkasten trägt, stieß man nicht immer auf haltbaren Untergrund. Es half nichts: der Ruderkasten musste raus aus seinem Gestell. So konnten die Männer den gesamten Umfang der Baustelle erkennen. Was nun folgt, ist für „nebenbei“ ein großes Projekt geworden. Viele Teile müssen ersetzt werden, die gesamte Stemmbrettanlage im Ruderkasten wird umgebaut und erneuert, Fehl- und Faulstellen beseitigt. Helfende Hände sind dabei gern gesehen. Natürlich nur im Rahmen der zulässigen Begegnungszahlen. Wer sich angesprochen fühlt, darf sich gern bei Siggi und Björn (Erneuerung des Metallgerüsts), Thomas (Farbanstrich) oder Lutz und Richard (Reparatur des Ruderkastens) melden.

„Da ist noch viel zu tun“, sagt Lutz, „aber wir haben ja leider viel Zeit während der Corona-Schließung“. Und so ist doch wieder etwas los in unserem Verein. Auch wenn es nicht das gewohnte Dollen-Klacken ist, das über den Kalksee dröhnt.

Lutz Bühnert und Julia Hilpert

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