Die 63. Rüdersdorfer Frühjahrsregatta

von Juergen Eisner

 

Rüdersdorfer Frühjahrsregatta mit Sprintrennen-Premiere im Gepäck

Bereits zum 63. Mal fand am vergangenen Wochenende die Frühjahrsregatta der Ruderer im Rüdersdorfer Ruderverein Kalkberge statt. Dieses Jahr stand vor allem die Premiere verschiedener Sprintrennen auf dem Plan.

Die Sonne scheint ihm mitten ins Gesicht, doch Benjamin Kawalle blickt nichtssagend in Richtung Wasser. Gerade ist das letzte Rennen des Sprint-Cups der Männer-Achter bei der 63. Rüdersdorfer Frühjahrsregatta durchs Ziel gegangen. Mit dabei sind die Männer vom Rüdersdorfer Bundesliga-Team „SECUINFRA-Achter“. Ob Benjamin, neuer Kapitän der Mannschaft, mit den Ergebnissen zufrieden ist oder nicht, kann man aus seinem Gesicht nicht lesen. Die Mannschaft hat ein Jahr pausiert und kooperiert in der kommenden Bundesliga-Saison mit den Ruderern aus Pirna. Nächstes Wochenende steht der erste Renntag in Frankfurt am Main auf dem Plan. Der Sprint-Cup in Rüdersdorf ist die erste Zusammenführung beider Mannschaften. Eine Premiere sozusagen. Die Männer haben sich dieses Jahr breiter aufgestellt mit neuen Teammitgliedern aus den eigenen Reihen und eben den Jungs aus Pirna. Zu viele Männer für ein Boot. Deshalb sind in Rüdersdorf gleich zwei Achter an den Start gegangen. Drei Rennen wurden im Sprint-Cup in Rüdersdorf gefahren: Das erste Boot mit der Auswahl für Frankfurt hat in jedem Rennen gut abgeschnitten, konnte zwei von drei Sprints gewinnen. „Das Ergebnis hier spielt keine große Rolle. Mir war es erst einmal wichtig zu sehen, dass die Zusammenführung beider Ruderstile gut funktioniert und das hat es.“, sagt Kawalle Nicht nur im Achter-Sprint haben sich die Männer vom SECUINFRA-Achter aus Rüdersdorf gut geschlagen. Auch im Doppelzweier, Einer, Doppelvierer und im Vierer Ohne konnten die Ruderer um Tim Bartels, Thomas Bode, Tino Töpfer, Florian Richter, Andy Jänicke, Alexander Bast, Christoph Pache, Moritz Westphal und Christian Nowak zeigen, was sie drauf haben. Dass es für die Bundesliga-Männer das erste Mal gemeinsam im Boot war, bekommt auf dem restlichen Regattagelände kaum jemand mit. Überall herrscht Trubel. Das Kaiserwetter lockt Familien und Freunde in den Verein. Und das zu recht: Das Publikum bekommt so einiges geboten. 1200 Meldungen sind an diesem Wochenende verzeichnet. Und nicht nur die Männer aus dem Bundesliga-Achter sind mit sich zufrieden. Auch die Kinder vom Rüdersdorfer Ruderverein Kalkberge können ihren Aufwärtstrend in der noch jungen Ruder-Saison bestätigen. Überraschungssieger waren dieses Mal Paul Seifert und Till Yannik Kleditzsch im Jungen Doppelzweier 12 bis 13 Jahre. Sie fuhren mit fast 50 Sekunden Vorsprung über die Ziellinie und sicherten sich so den ersten Platz. Auch im Mixvierer zusammen mit Carolin Fiedler, Chelsea-Emily Schmidt und Steuermann Dominik Baumgart konnten sich die beiden Jungs freuen: Platz zwei von insgesamt vier Booten. Besser geht’s nicht. Dagegen mussten sich die sonst so erfolgsverwöhnten Jungs und Mädchen aus dem Mixvierer der 13 bis 14-jährigen dieses Mal geschlagen geben. Zumindest auf der 1000m-Distanz. Platz drei für Ineke Teichmann, Florian Schölzel, Max Friedrich Peters, Amarylla Leubner und Steuerfrau Vivien Weber hinter den siegenden Magdeburgern und den Ruderern aus Rostock. Auf der Langstrecke über 3000m konnten sie dann aber wieder zeigen, was sie können und sich am Ende über die Goldmedaille freuen. Auch bei den Junioren lagen Freude und Trauer nah beieinander. Strahlender Sieger des Wochenendes war Mick Seiffert. Er gewann jedes Rennen, sowohl im Einer der Junioren B als auch im Zweier mit Teamkollege Niklas Mattern. Dagegen lief es bei den Junioren A eher durchwachsen. Im Zweier konnten Dominik Stark und Max Hinkel noch am Siegersteg anlegen, im Einer mussten beide jedoch ihre Gegner ziehen lassen. Anders Sven Schäfers im Leichtgewichteiner. Er musste sich lediglich seinem Gegner vom Spree-Ruder-Club Köpenick Berlin geschlagen geben.

Die Rüdersdorfer Masters standen den jungen Sportlern in nichts nach. Allem voran Mirko Döring, der sich nicht nur im Vierer Ohne zusammen mit den Männern aus Richtershorn und Tegel die Goldmedaille um den Hals hängen konnte, sondern auch im Achter.  Auch der Frauen Doppelvierer mit Anna und Christa Kawalle, Annett Bühnert und Julia Hilpert konnte in einem knappen Rennen am Ende den zweiten Platz für sich entscheiden.Erwähnenswert sind sicherlich auch die Ruderer der Rüdersdorfer Para-Abteilung. Gemeinsam mit Sportlern anderer Vereine aus ganz Deutschland konnten auch hier verschiedenen Rennen auf dem Kalksee stattfinden. Unter großem Applaus wurden die Ruderer über die Ziellinie begleitet. Nicht nur sportlich, sondern auch organisatorisch war die Regatta ein Erfolg auf ganzer Linie für den Rüdersdorfer Ruderverein Kalkberge. „Der Zusammenhalt unter den Vereinsmitgliedern ist wie immer fantastisch. Die Planung der Regatta im Vorfeld und die Durchführung an beiden Renntagen bedeutet sehr viel Arbeit, Geduld und Durchhaltevermögen. Und das ist alles nur zu schaffen, weil wirklich jeder in diesem Verein mit anpackt“, resümiert Vereinsvorsitzender Heinz Bischoff.  „Dieses Jahr hatten wir auch Meldungen vom polnischen Ruderverein in Kalisz“, freut sich Bischoff, der als Vereinsvorsitzender um die partnerschaftlichen Beziehungen zu anderen Vereinen bemüht ist.

Der Abbau der gesamten Regattastrecke  inklusive der Infrastruktur an Land zog sich am Sonntag doch bis in die späten Abendstunden hin.

Bericht: Julia Hilpert

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